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Offenbach Post: 4.11.2002 |
| Lebkuchen und
Hochprozentiges stimmten auf die Führung ein Babenhausen (lh) Das alte Gemäuer des Schlosses war am Samstagnachmittag Anziehungspunkt für viele Einheimische, aber auch interessierte Bewohner umliegender Gemeinden. Die Schlossfreunde Babenhausen hatten zu einem Treffen im Schlosshof mit anschließender Führung durch das ehrwürdige Gebäude eingeladen. Schon vor dem Eingang zum Hof war altertümliche Musik zu hören, die das Interesse Vorbeilaufender weckte. Als Musikus fungierte Schlossfreund Heinz Lach, der weder Mühen noch Kosten gescheut hat, sich in eine dem Anwesen entsprechende Tracht zu werfen. Erster Vorsitzender Uwe Friedrich begrüßte unter den zahlreichen Besuchern auch die Schloss-Erbin Anneliese Wolpert, den Heimatforscher und Schlossfreund Hans Dörr aus Dieburg, den Architekten Otfried Rau aus Sensbachtal sowie die vier Bürgermeisterkandidaten der Stadt, Reinhard Rupprecht (CDU), Claus Coutandin (SPD), Oliver Bludau (parteilos) und Klaus Fengel (parteilos). In seiner Eröffnungsrede brachte er die Freude über die rege Beteiligung der Bevölkerung an der Schlossführung zum Ausdruck: "Wir verbinden Führungen mit ein bisschen mehr Leben hier im Schloss." Im Anschluss verlas Heimatforscher Hans Dörr einen Schlosspsalm über die Wasserversorgung in dem alten Gemäuer, angefangen in der Entstehungszeit am Ende des 12. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit. Gespannt folgten die Anwesenden den Ausführungen des Architekten Otfried Rau, der das Schloss seit vielen Jahren betreut. Gleich zu Beginn seiner Ansprache erntete er die Zustimmung der Zuhörer, als er sagte: "Die unendliche Geschichte Schloss Babenhausen nimmt nun hoffentlich ein gutes Ende" Er ging kurz auf die Hauptdaten der Schlossgeschichte ein. Besonderes Augenmerk legte er jedoch auf das, was kommen soll: Das Schloss soll als Kulturdenkmal für die Nachwelt erhalten bleiben. Erste Schritte seien schon gemacht. Jüngste Baumaßnahmen seien die Fertigstellung des Daches auf der Nord-Ost-Ecke des Gebäudes, somit sei der Schutz der Substanz vor Witterungseinflüssen weitgehend gewährleistet. Auf der Hofseite des Westflügels stehe dieses Vorhaben zurzeit an. Rau ging auf die Fördermittel ein, die von drei Seiten zu erwarten seien. Das Land Hessen fördere in erster Linie die Erhaltung des Baus und nach Abstimmung alle erforderlichen Maßnahmen zur Erhaltung und Nutzung des Schlosses, einschließlich Installationsarbeiten. Die Förderung durch den Bund sei ähnlich wie die des Landes Hessen, schließe aber Installationen jeglicher Art aus. Gelder seien auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu erwarten, hier allerdings bezogen auf eine ganz bestimmte Baumaßnahme. Alles in allem seien dieses positive Voraussetzungen für die Restaurierung und Sanierung des Schlosses, um dieses bedeutsame und in der Fachwelt anerkannte Denkmal mit einer Fläche von etwa 2 500 Quadratmetern in vielfacher Weise nutzen zu können. Vor Beginn der Führungen, die den Besuchern Einblick in die komplette erste Etage gewährten, hielten die Schlossfreunde noch zwei Überraschungen bereit. Der Beweis, dass Babenhäuser miteinander kooperieren, wurde am Samstagnachmittag präsentiert: Zwei Altbäckereien der Stadt haben gemeinsam den Babenhäuser Schlosstaler gebacken, einen Lebkuchen. Und als zweites Original hatte Hochprozentiges Premiere. Ab sofort gibt es den Babenhäuser Schlossgeist, einen Schlehengeist, gebrannt nach ganz besonderer Rezeptur. Alle Besucher der Schlossführung hatten jetzt das Privileg, beide Köstlichkeiten - verziert mit Motiven von Alfred Winter von der Firma Label Point - zu probieren. |