Darmstädter Echo: 09.04.2002 zum Schlossparkrundgang vom 06.04.2002

Unter Linden im Park
Führung: Mit den Babenhäuser Schlossfreunden im historischen Garten

BABENHAUSEN. „Das ist eine Sommerlinde“, erklärte Forstdirektor Kurt Schäfer, der Leiter des Staatlichen Forstamtes Babenhausen, im Babenhäuser Schlosspark, griff nach einem ersten zum Vorschein gekommenen Lindenblatt und erklärte dann den Unterschied zwischen einer Sommer- und Winterlinde. Schäfer übernahm auf Einladung des Vereins der Babenhäuser Schlossfreunde eine besondere Führung durch den Schlosspark, der wohl seit gut sechzig Jahren unter Schutz steht, allerdings nicht wie ein Park zum Spazierengehen aussieht, mit den gewohnten Baumreihen, Baumgruppen und Alleen. Aber die Bäume umgeben des jahrhundertealte Schloss, sind alle um die 110 Jahre alt. Damals hatte der damalige Schlossherr, der Darmstädter Samenhändler Hickler, das zuvor als Kaserne benutzte Schloss eingrünen lassen.

Forstdirektor Schäfer stellte die Bäume im botanischen Sinne vor, sprach aber vor allem über Sprüche und Mythen um die Baumarten. Die Gestaltung des Schlossparks erfolgte vor über hundert Jahren nicht geometrisch, sondern in freier Anlehnung an einen englischen Landschaftsgarten. Die Baumartenwahl mutet dabei ziemlich willkürlich und ohne System an, wie Schäfer ausführte. Da wurden exotische Gehölze mit einheimischen Arten gemischt.

Nach mehr als einem Jahrhundert sind viele der alten Bäume schon verschwunden. Keine einzige Ulme hat überlebt. Da sind nur noch Stockausschläge dieser alten Bäume vorhanden. Diese Bäume am Schloss hatten das selbe Schicksal wie die alten Ulmen der Harreshäuser Allee. Viele der noch verbliebenen Bäume wären sanierungsbedürftig. Da ist seit Jahrzehnten nichts geschehen.

Als Schäfer über verschiedene angedichtete oder tatsächliche Heilwirkungen von Bäumen sprach, fügte er auch scherzhaft an, dass er dafür keine Gewähr übernehmen könne und man „Arzt oder Apotheker“ nach Nebenwirkungen fragen müsse.